Andreas Von Gunten

Ich mag Bücher und das Internet. Deshalb versuche ich derzeit mit «buch & netz», einem Buch & Online Verlag, zu zeigen, dass es sinnvoll ist, Bücher unter einer Creative Commons Lizenz ins Web zu publizieren und diese gleichzeitig in allen anderen Formaten, die sich die Lesenden wünschen, anzubieten; ja auch gedruckt. Vorher habe ich PARX, mediaparX und Partekk mit-gegründet, und war zuletzt als Geschäftsführer bei Blogwerk im Einsatz. Zwischendurch werde ich eingeladen, um zu Cloud Computing, Social CRM, Content Marketing, Creative Commons, Free Culture oder den Wandel im Buchmarkt zu sprechen und zu diskutieren. Ich bin leidenschaftlich verzettelt, Mitglied der Piratenpartei, studiere Philosophie an der Open University, habe wohl eine Disposition zum Messie, bin davon überzeugt, dass wir dazu verplichtet sind Empathiefähigkeit und kritisches Denken zu trainieren, und finde dass das Leben zu kurz ist, um offline zu sein.

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Mittwoch
Nov222006

Orientierung am Output statt am Input

Gestern am CNO Panel 2006 in Bern, welches unter dem Titel "Managing Complexity" stattfand, hat Bernhard Katzy sehr schön gezeigt, dass wir mit den etablierten, am Input orientierten Messsystemen zur Beurteilung der Arbeitsleistung in der vernetzten Welt nicht weiter kommen.

Nicht die Anzahl Arbeitsstunden die geleistet wurden sind relevant, sondern einzig und allein der Wert des Ergebnisses bzw. des Arbeitsresultates.

Das Problem ist nun dass dieser Wert nie absolut und objektiv ist, sondern immer im Kontext des zu stiftenden Nutzens den der Empfänger des Resultates diesem beimisst steht. Das heisst, das Resultat von einer Stunde Arbeit kann in einem Falle mit 100 CHF bewertet werden und in einem anderen Falle mit 1000 CHF, obwohl beide Male die exakt gleiche Arbeit verreichtet wurde und ein genau gleiches Resultat entstanden ist.

Wenn wir also den Output statt den Input messen wollen, müssen wir damit leben, dass das Werte- und Messsystem dass den Output misst viel stärker vom Nutzen des Arbeitsergebnisses beinflusst wird, als dies bei der Inputmessung der Fall ist. Eine Stunde Arbeit ist eine Stunde Arbeit, bzw. eine Stunde ist eine Stunde. Ein Dokument ist aber nicht ein Dokument, selbst wenn es zweimal dasselbe Dokument ist. Das Dokument wird erst durch den Nutzen (bzw. das Benutzen) wertvoll nicht durch die Arbeit die dafür geleistet wurde.

In der Arbeitswelt unserer Zeit wird aber alles in Zeiteinheiten gemessen und bewertet. So wird der Lohn in einem Arbeitsvertag in Relation zur Anzahl geleisteter Stunden gestellt. Berater werden in Tageshonoraren verkauft und gemessen. Es wird also in der Regel über Stundenlöhne (letztendlich auch bei den Monatslöhnen) und Tagessätze verhandelt (Input), viel weniger über die zu erzielenden Ergebnisse (Output).

Natürlich muss der Anbieter von Arbeitsleistung (Angestellte, Arbeiter, Contractors, you name it) die Zeit als Faktor für seinen Preis den er erzielen will, mit berücksichtigen. Unser Tag hat ja nur 24h. Aber der Wert den er schafft hat nur mit dem Nutzen, den der Abnehmer dem Resultat beimisst, zu tun. Darum ist es falsch über tiefe Stundensätze zu lamentieren (Arbeitsleistungsanbieter) oder nach dem zugrundeliegenden Stundensatz bei einem Preis für ein Arbeitsresultat zu fragen (Ergebnisabnehmer).

Fragen Sie also das nächste Mal, wenn Sie einen Berater anheuern nicht in erster Linie nach dem Tageshonorar, sondern überlegen Sie sich, welchen Wert sie dem Nutzen, den das Resultat dass dieser Berater erzielt, beimessen.

 

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