SBB Cargo: Und wieder mal ist die Liberalisierung schuld...
Mittwoch, März 12, 2008 at 13:00 Jo Lang will das Problem der SBB Cargo an der Wurzel der "zerstörerischen Liberalisierung" angehen. Die SP will einen Beitrag zur Lösung der Probleme des angeschlagenen Unternehmens leisten.
Das ist nun aber schon ein bisschen frech, nicht wahr?
Nicht Liberalisierung ist das Problem sondern der Umstand, dass die Politk wieder einmal versucht hat Unternehmer zu sein. Das geht aus einem einfachen Grund fast immer Schief. In der Politik gibt es keine Verantwortlichen aber zuviele Gremien, zuviele Posten die nicht auf Grund von Kompetenzen vergenben werden, zu viel Zeit, die verstreicht, bis ein Problem erkannt und gelöst wird.
Im Übrigen sind die, die man in diesem Falle am ehesten noch Verantworliche nennen könnte, alles Sozialdemokraten: Bundesart Moritz Leuenberger, Ex-SBB CEO Benedikt Weibel, Ex SBB Cargo Chef Daniel Nordmann. Und alle haben sie vorher noch nie ein Unternehmen geführt, mindestens aufgrund ihrer öffentlich zugänglichen Lebensläufe.
Also bitte, liebe Liberalisierungsgegner, steht zu Euren Fehlern und macht nicht die anderen dafür verantwortlich.








Reader Comments (5)
Lieber Andreas
Ich brauch' etwas Nachhilfe im doppelten Sinne:
"Nicht Liberalisierung ist das Problem sondern der Umstand, dass die Politk wieder einmal versucht hat Unternehmer zu sein."
Wie, wann und wo hat denn die Politik versucht, Unternehmer zu sein?
"Und alle haben sie vorher noch nie ein Unternehmen geführt"
Gibt's denn Menschen, die als Unternehmer zur Welt kommen?
Freundliche Grüsse
Titus
Lieber Titus
Zu Deiner ersten Frage:
"Seit der Gründung der SBB ist der Bund Eigentümer von 100% des Aktienkapitals. Gemäss Art. 7 Abs. 3 des SBBG muss der Bund zu jeder Zeit die kapital- und stimmenmässige Mehrheit besitzen." siehe: http://mct.sbb.ch/mct/konzern_unternehmen/konzern_organisation/konzern_corporate-governance/konzern_konzernstruktur.htm
Zu Deiner zweiten Frage:
Nein, natürlich nicht, aber es ist nicht unbeding sinnvoll, jemandem der noch nie ein Unternehmen geführt hat, und vor allem nicht mit seinem eigenen Geld, die Verantwortung für einen solchen Konzern zu übertragen.
Wenn Du Besitzer der SBB wärst und Du stündest vor der Aufgabe die Führungscrew zu besetzen, dann würdest Du Dich bei der Auswahl wohl fragen: Können die das? (Noch besser wäre, wer auf dieser Welt, könnte das am besten?)
Und wenn Du für Dich diese Frage zu beantworten versuchst, dann würdest Du Dich unter anderem auch auf den bestehenden Leistungsausweis stützen, oder? Das ist zwar noch lange kein Garant für den Erfolg, aber erhöht die Wahrscheinlichkeit und genau darum geht es. Es gibt nie Sicherheit, dass ein Vorhaben gelingt, aber es gibt Möglichkeiten die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen.
Herzliche Grüsse
Andreas
SBB Cargo
war ein rentables Unternehmen, bis...
...ja bis irgend so ein Vollidiot gefunden hat, dass Wachstum im Ausland der Schlüssel zu NOCH MEHR PROFIT sein werde...
Was ist bitte sehr "neoliberaler" als Gewinnoptimierung um jeden Preis!!!
Die beteiligunegn im AUsland sind leider an Gesetze geknüpft, welche Investitionen in die Infrastruktur verlangen, und nun buttert die SBB Cargo hunterte von Millionen ins deutsche Schienennetz. Wer ist schul daran? Die Politiker etwa? Höchstens die Geschäftsleitung, aber das sind auch nur Menschen.
Menschen die in einem System arbeiten, das als einzige, übermächtige Triebfeder den Profit kennt!
Ich bin kein Antikapitalist, aber der sog. Freie Markt taugt genau so wenig wie die 5 Jahres-Planwirtschaft.
1.) Wenn ein Unternehmen mit einer bisherigen Strategie erfolgreich war, heisst das nicht, dass es dies auch in Zukunft sein wird. Denn die Umwelt des Unternehmens verändert sich dauernd und darum muss das Unternehmen sich der Umwelt auch dauernd anpassen. Hier liegt eben der Trugschluss der meisten Menschen die von der relativ stabilen aber kurzen Nachkriegssituation geprägt sind. Veränderung ist die Grundlage der Natur, es gibt nichts ähnliches, was die Situation des Existierenden besser beschreibt, als Veränderung.
2) Profit ist ein negativ besetztes Wort, sprechen wir doch von Gewinn. Gewinn ist das was übrigbleibt, wenn eine Person oder eine Organisation ein Bedürfnis von jemandem anderen besser befriedigt hat, als der Mitbewerber. Gewinn ist also der Beweis dafür, dass eine Person oder eine Organisation ein Problem besser löst, als jemand anderer. Daran ist nichts schlechtes an sich.
Aber Gier, Neid, Unterdrückung von Menschen, Einschränkung der Freiheit des Anderen, usw. sind schlecht.Das hat aber nichts mit Gewinn erwirtschaften zu tun. Diese schlechten Eigenschaften von Menschen gibt es überall. Die Frage ist nur, wo können Sie am wenigsten schaden anrichten. Und hier ist meine Meinung im Moment klar diese: Lieber ein bösartiger Kapitalist in einem kapitalistischen System, als ein bösartiger Bürokrat in einem sozialistischen System. Dem ersten kann ich nähmlich entfliehen, dem zweiten nicht! Übrigens sehe ich auch die Probleme, die der Kapitalismus erzeugt, aber ich sehe keine bessere Alternative als Markt und Wettbewerb mit möglichst wenig eingriffen. Denn, in 90% der Fälle wo sogeanntes Marktversagen postuliert wird, ist es in Tat und Wahrheit der staatliche Eingriff und die Regulation die zum Versagen führt, wäre der Markt wirklich frei, gäbe es abgesehen von ein paar wenigen Ausnahmen, viel weniger Probleme.
Und auch hier wieder: Befürworter von Markt und Wettberb als grundlegendes Konzept für die Organisation der Ressourcenallokation zu sein, heisst nicht, egoistisch zu sein.
Sehr guter Beitrag. Wurde gerne noch weitere Informationen daruber erhalten.
Besten Dank und gruss