Andreas Von Gunten

Ich mag Bücher und das Internet. Deshalb versuche ich derzeit mit «buch & netz», einem Buch & Online Verlag, zu zeigen, dass es sinnvoll ist, Bücher unter einer Creative Commons Lizenz ins Web zu publizieren und diese gleichzeitig in allen anderen Formaten, die sich die Lesenden wünschen, anzubieten; ja auch gedruckt. Vorher habe ich PARX, mediaparX und Partekk mit-gegründet, und war zuletzt als Geschäftsführer bei Blogwerk im Einsatz. Zwischendurch werde ich eingeladen, um zu Cloud Computing, Social CRM, Content Marketing, Creative Commons, Free Culture oder den Wandel im Buchmarkt zu sprechen und zu diskutieren. Ich bin leidenschaftlich verzettelt, Mitglied der Piratenpartei, studiere Philosophie an der Open University, habe wohl eine Disposition zum Messie, bin davon überzeugt, dass wir dazu verplichtet sind Empathiefähigkeit und kritisches Denken zu trainieren, und finde dass das Leben zu kurz ist, um offline zu sein.

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« Netzzeugs vom 24.April 2010 | Main | Das dezentrale Web im Kampf gegen Zentralisierung »
Freitag
Apr232010

Sie wussten bereits 1967 was wir dereinst im Internet tun würden...so ungefähr

Philco war ein Unterhaltungselektronik Konzern in den USA, der in 30er Jahren u.A. eine wichtige Rolle auf dem Radiomarkt spielte. 1967 wurde im Auftrag von Philco ein Kurzfilm produziert, der zeigen sollte, wie die elektronischen Geräte im Jahre 1999 unser Alltagsleben bereichern würden.

Dieser Kurzfilm ist offenbar im Jahr 2007 im Internet aufgetaucht und hat scheinbar auch einige Aufmerksamkeit erhalten. Ich habe das damals allerdings verpasst und bin heute zufällig darüber gestolpert. 

Schaut Euch mal diesen kurzen Ausschnitt über das "Homeshopping" an:

Die Dame hat zwar einen Bildschirm vor sich, doch ist das kein Computermonitor, sondern ein Videoscreen. Das sollte scheinbar so funktionieren, dass im Kleidershop bei welchem wir von zu Hause einkaufen wollen eine Kamera installiert ist, die über die verschiedenen Modelle scannt. Wie der Bestellvorgang ausgesehen hätte, sieht man leider nicht :-).

Sehr gelungen ist dann auch das Büro des Familienoberhaupts (wir sind in den 60ern) mit drei Bildschirmen und einer ganzen Anzahl anderer Gerätschaften. Die Erzählstimme erklärt uns, dass das was die Frau auf ihrer Konsole bestellt habe, vo ihrem Mann auf seiner Konsole bezahlt wird. Seht Ihr, wie er den Kopf schüttelt, nachdem er die Rechnung gesehen hat der arme Kerl? :-)

Neben electronic Shopping und Billing ist auch Telebanking bereits vorgesehen. Allerdings gibt es noch keine Cloud, denn was der Herr am Bildschirm gesehen hat, wird ihm dann auf einen Drucker geschickt.

Für die Kommunikation gibt es eine "electronic correspondence machine" auch "home postoffice" genannt, eine Art vernetztes Wacom Tablet. 

Auch eine gute Idee ist die Überwachung der "hochkomplexen" Elektronik und die Benachrichtigung der Servicestelle bei allfälligen Problemen. Das wäre bei den vielen Kabeln, Steckern, Relais', Potentiometern usw. wohl auch bitter nötig gewesen.

Es ist immer wieder witzig zu sehen, wie wir beim Blick in die Zukunft eingeengt sind. Es ist zwar schon so, dass ziemlich alles was in diesem Film gezeigt wird, heute Realität ist, doch die Technik die man sich dafür vorgestellt hat, entsprach in etwa dem Stand dessen, was in den 60ern verfügbar war.

Der Personal Computer war noch nicht erfunden, noch nicht mal der Computermonitor. Die Bildschirme die hier gezeigt werden sind eine Art Videoterminals, der Bankauszug sieht aus wie eine Mikrofilmvergrösserung wie wir sie aus den Archiven kennen. Auch das Faxgerät gab es noch nicht, geschweige denn die E-Mail. Darum die Korrespondenzmaschine.

Das Telefon scheint in diesem Zukunftsszenario völlig obsolet geworden zu sein, was nun definitiv (noch) nicht der Fall ist :-) 

Viel Spass beim Clip:

 

Und hier gibt es auch den ganzen Film in 3 Teilen auf Dailymotion:

1999 A.D. - Teil 1

1999 A.D. - Teil 2

1999 A.D. - Teil 3

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