Andreas Von Gunten

Ich mag Bücher und das Internet. Deshalb versuche ich derzeit mit «buch & netz», einem Buch & Online Verlag, zu zeigen, dass es sinnvoll ist, Bücher unter einer Creative Commons Lizenz ins Web zu publizieren und diese gleichzeitig in allen anderen Formaten, die sich die Lesenden wünschen, anzubieten; ja auch gedruckt. Vorher habe ich PARX, mediaparX und Partekk mit-gegründet, und war zuletzt als Geschäftsführer bei Blogwerk im Einsatz. Zwischendurch werde ich eingeladen, um zu Cloud Computing, Social CRM, Content Marketing, Creative Commons, Free Culture oder den Wandel im Buchmarkt zu sprechen und zu diskutieren. Ich bin leidenschaftlich verzettelt, Mitglied der Piratenpartei, studiere Philosophie an der Open University, habe wohl eine Disposition zum Messie, bin davon überzeugt, dass wir dazu verplichtet sind Empathiefähigkeit und kritisches Denken zu trainieren, und finde dass das Leben zu kurz ist, um offline zu sein.

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Donnerstag
Jun092011

Die Selbstherrlichen von F.

Diesem Gör muss mal eine Lektion erteilt werden. Wo kämen wir denn da hin, wenn 15-Jährige einfach unpässliche Äusserungen über die Grösse des Hinterteils ihrer Lehrer in diesem Internetz publizieren können, ohne dass sie dafür Konsequenzen zu tragen hätten. Sie hat ja auch über 750 Freunde in diesem Facebook, dass ist doch nicht normal. Und im Dorf gibt es ja auch genügend Gerüchte. Welche Gerüchte? Keine Ahnung, Gerüchte einfach. Die wird uns viel Ärger machen. Aber wie kommen wir da wieder raus, aus diesem Ausbildungsvetrag? Nun, wir machen etwas Druck bei den Eltern, von wegen Mobbing und so, und dass es besser wäre, wenn sie noch ein Jahr länger in die Schule geht um zu lernen wie sie sich zu benehmen hat in diesem Internetz. Die werden schon unterschreiben. Das geht doch einfach nicht. 750 Freunde, also sowas. Aber der Arsch von Frau Q. ist ja schon etwas dick (Gelächter). Vielleicht sollten wir ihr einfach klar machen, dass das dann nicht mehr geht, wenn sie bei uns die Lehre beginnt? Nei, nei, da ist Hopfen und Malz verloren, ich habe ja so einiges gehört über sie. Ja, die Gerüchte. Aber ist es nicht auch unsere Aufgabe als Ausbildungsstätte den jungen Menschen Vorbild zu sein, und sie auf dem Weg zum Erwachsenen zu begleiten? In welcher Welt lebst Du denn? Dafür haben wir keine Ressourcen. Wenn die Eltern das nicht schaffen, wie sollen wir denn? Nei nei, das gaht ned. Aber ist das nicht etwas unverhältnismässig, wir haben sie ja schliesslich aus 150 Bewerbungen ausgewählt? Das war ein Fehler, wie sich jetzt gezeigt hat. Besser wir ziehen jetzt den Stecker, als dass wir uns dann später auf diesem Facebook wieder finden. Sie ist doch erst 15, ein Teenager halt, was haben wir denn alles für Mist gebaut, in diesem Alter? Also ich habe von Zuhause mitbekommen, wie man sich zu benehmen hat. Ich hätte nie solche gruusigen Sprüche in dieses Facebook geschrieben. Wir hatten noch Respekt vor den Lehrern. Und was wird dann aus ihr? Ach, die findet schon was, bei ihren 750 Freunden (Gelächter). Sie kann ja sonst nach dem 10. Schuljahr servieren gehen. In 5 Jahren wird sie eh Kinder kriegen. Genau, bei den vielen Freunden (Gelächter). Petra, erledigst Du das? Schreib mal einen schönen Brief an die Eltern und mach am besten die Vereinbarung gleich Unterschriftsreif. Nächstes Traktandum.
Die Handlung und die handelnden Personen sind frei erfunden. Eine typähnliche Geschichte wurde heute auf dem Portal des Tages-Anzeigers publiziert. 

 

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