Andreas Von Gunten

Ich mag Bücher und das Internet. Deshalb versuche ich derzeit mit «buch & netz», einem Buch & Online Verlag, zu zeigen, dass es sinnvoll ist, Bücher unter einer Creative Commons Lizenz ins Web zu publizieren und diese gleichzeitig in allen anderen Formaten, die sich die Lesenden wünschen, anzubieten; ja auch gedruckt. Vorher habe ich PARX, mediaparX und Partekk mit-gegründet, und war zuletzt als Geschäftsführer bei Blogwerk im Einsatz. Zwischendurch werde ich eingeladen, um zu Cloud Computing, Social CRM, Content Marketing, Creative Commons, Free Culture oder den Wandel im Buchmarkt zu sprechen und zu diskutieren. Ich bin leidenschaftlich verzettelt, Mitglied der Piratenpartei, studiere Philosophie an der Open University, habe wohl eine Disposition zum Messie, bin davon überzeugt, dass wir dazu verplichtet sind Empathiefähigkeit und kritisches Denken zu trainieren, und finde dass das Leben zu kurz ist, um offline zu sein.

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Entries in Bedingungsloses Grundeinkommen (3)

Donnerstag
Apr122012

Volksinitiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen» in der Schweiz lanciert

Heute wird die Volksinitiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen» lanciert. In den nächsten 18 Monaten müssen die 100'000 Unterschriften gesammelt werden um das Begehren zur Abstimmung zu bringen. Ich gehe davon aus, dass dies mühelos gelingen wird und freue mich auf die vielen Diskussionen, die diese Initiative inspirieren wird. 

Obwohl die meisten Teilnehmenden der letzten Wochendebatte der «Tages Woche» die Idee offenbar begrüssen, habe ich eher den Eindruck, dass eine grosse Mehrheit dem Anliegen eher skeptisch bis ablehnend gegenüber steht. Interessant ist dabei vor allem auch, dass der klassische Links-Rechts Gegensatz bei dieser Frage nicht wirklich zum Tragen zu kommen scheint. Auf beiden Seiten gibt es vehemente Befürworter und Gegner.

Auch ich habe zwei Seelen in meiner Brust und kann mich noch nicht wirklich festlegen. Ich sehe allerdings zuerst einmal die vielen guten Argumente die für eine solche Lösung sprechen, Philip Wampfler macht in seinem Blog auf einige Einwände die dagegen jeweils vorgebracht werden aufmerksam. Auf jeden Fall aber, ist das bedingungslose Grundeinkommen eine Idee, die es Wert ist, ausführlich geprüft und diskutiert zu werden. 

Auf der Website bedingungslos.ch gibt es die Unterschriftenbogen zum download oder zum bestellen, und am kommenden Samstag findet im Schiffbau ein öffentliches Fest zur Lancierung der Initiative statt. Wer sich intensinver mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei die Website grundeinkommen.ch empfohlen und wer etwas Zeit hat schaut sich das Video mit dem Vortrag von Götz Werner an der re:publica 2010 an:

Frühere Beiträge zum Thema «bedingungsloses Grundeinkommen»:

 

Mittwoch
Dez212011

Die anderen sind meistens nicht schlechter als Du

Kürzlich ist bei Facebook und Twitter von David Worni ein älterer nicht mehr ganz neuer, aber lesenswerter Artikel über die Management Methoden von Ricardo Semler geshared worden. Semlers Credo besteht im Wesentlichen darin, die Mitarbeiter als Erwachsene zu behandeln; als mündige Partner, die selbständig zusammen arbeiten und sinnvolle Entscheidungen treffen können, wenn man Ihnen diese Möglichkeit bietet, ihnen vertraut und ihnen natürlich auch die richtigen Werkzeuge in die Hände gibt.

Die häufigste Reaktion auf solche Modelle folgt dem Muster: Das wäre schon toll, geht aber nicht, weil "die anderen" zu faul, zu dumm, zu böse, zu hinterhältig, zu autoritätsgläubig, zu verantwortunglos, usw. seien. 

Wie auch Götz Werner im Zusammenhang mit Diskussionen zum Bedingungslosen Grundeinkommen jeweils feststellt: Offenbar haben wir zwei Menschenbilder; das gute von uns selbt und das schlechte von den anderen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Semler in dem Punkt recht hat, dass in der Arbeitswelt den meisten Menschen zuwenig zugetraut bzw. vertraut wird. Fast jede/r will etwas sinnstiftendes und nützliches tun und mit anderen in harmonischen Verhältnissen zusammenleben und -arbeiten, sowie Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen.

Die anderen sind meistens nicht schlechter als Du.

Allerdings können wir nicht bestreiten, dass auch bösartiges oder moralisch fragwürdiges Verhalten bei Menschen vorkommen kann. Deswegen aber gleich davon auszugehen, dass Gesellschafts- oder Arbeitsmodelle die auf Freiheit und Verantwortung basieren nicht funktionieren können ist falsch.

Solche Systeme müsse einfach so beschaffen sein, dass Macht auf viele verteilt und dadurch beschränkt ist. Denn moralisch fragwürdiges Verhalten ist vor allem dann ein Problem, wenn dies aus einer Machtposition heraus geschieht. Je mehr Macht ein Mensch hat, desto grösser ist der Schaden den er anrichten kann und desto besser kann er sich vor Aufdeckung seiner "Machenschaften" schützen. Nicht zuletzt deswegen sind an Inhaber von Machtpositionen egal ob in Politik, Wirtschaft oder Kultur, höhere Transparenzsansprüche zu stellen.

Samstag
Mrz192011

Liveblogging vom Kongress zum Grundeinkommen in Zürich am 19. März 2011

Ich wollte schon seit langem mal dieses Coveritlive.com Dings ausprobieren. Heute bietet sich dazu eine gute Gelegenheit. Ab ca. 09:45 werde ich vom Kongress zum Grundeinkommen, der im Zürcher Kongresshaus stattfindet, hier etwas livebloggen. Der Event wird übrigens von den Veranstaltern auf der Website zum Kongress auch via UStream live übertragen.