Andreas Von Gunten

Ich mag Bücher und das Internet. Deshalb versuche ich derzeit mit «buch & netz», einem Buch & Online Verlag, zu zeigen, dass es sinnvoll ist, Bücher unter einer Creative Commons Lizenz ins Web zu publizieren und diese gleichzeitig in allen anderen Formaten, die sich die Lesenden wünschen, anzubieten; ja auch gedruckt. Vorher habe ich PARX, mediaparX und Partekk mit-gegründet, und war zuletzt als Geschäftsführer bei Blogwerk im Einsatz. Zwischendurch werde ich eingeladen, um zu Cloud Computing, Social CRM, Content Marketing, Creative Commons, Free Culture oder den Wandel im Buchmarkt zu sprechen und zu diskutieren. Ich bin leidenschaftlich verzettelt, Mitglied der Piratenpartei, studiere Philosophie an der Open University, habe wohl eine Disposition zum Messie, bin davon überzeugt, dass wir dazu verplichtet sind Empathiefähigkeit und kritisches Denken zu trainieren, und finde dass das Leben zu kurz ist, um offline zu sein.

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Donnerstag
Aug302007

Ein Problem am Urheberrecht ist der fehlende Wettbewerb

Diese Tage macht sich das problematische Urheberrecht wieder besonders stark bemerkbar. Einem Bundesgerichtsentscheid folgend, gelten ab nächster Woche deftige Zuschläge für Speichermedien und Geräte mit eingebauten Speichern wie MP3 Player, HD-Recorder, usw.

Die Stiftung für Konsumentenschutz will nun versuchen, das Parlament dazu zu bringen, im September den Bundesgerichtsentscheid per Gesetzesanpassung auszuhebeln und ruft die Konsumenten dazu auf ein vorformuliertes E-Mail an eine Verteileremailadresse zu senden, das dann an die Parteipräsidenten weitergeleitet wird. (Hierzu vielleicht noch eine Bemerkung am Rande: Wenn von anderer Seite gefordert wird, einen Bundesgerichtsentscheid per Legislative zu kippen, geht ein medialer Aufschrei durchs Land. Aber lassen wir das...)

Seit langem beschäftigt mich das Thema "geistiges Eigentum". Ein Konzept dem ich intuitiv eher ablehnend gegenüber stehe, es aber immer noch nicht in seiner Gesamtheit erfasse und darum auch vorsichtig mit Äusserungen dazu bin.

Wenn ich aber versuche, herauszufinden, warum ich des Öfteren ein Unbehagen verspüre, wenn es um Urheberrechte und insbesondere um die Verwertungsgesellschaften wie Suisa oder ProLitteris geht, dann glaube ich den wesentlichen Aspekt gefunden zu haben:

Der Mechanismus zur Festsetzung des Preises der für die Nutzung der Werke an die Urheber bezahlt wird, untersteht nicht einem Markt der aus den Teilnehmern besteht, die das Werk tatsächlich nutzen, sondern der Verhandlungen irgendwelcher Verbände, sowie einem sogenannten Schiedsgericht.

Der Konzerttarif K von 10% der Einnahmen eines Konzertes, als Beispiel der Suisa, ist völlig willkürlich festgelegt. Ist dieser Tarif zu hoch, ist der zu tief? Ich weiss es nicht, niemand weiss das, denn es gibt keinen Wettbewerb, der den Marktpreis ermittelte. Es gibt keinen plausiblen Grund, warum dieser Tarif nicht bei 1% oder 50% liegt. Dasselbe Problem liegt natürlich auch beim Tarif für die Speichermedien vor, der nun ab nächster Woche zum tragen kommen soll.

Das ist, was mich hautpsächlich stört. Mir reicht es nicht, wenn Herr Strahm den Preis überwacht, denn der beste Preisüberwacher ist der Wettbewerb.